Das Projekt

Vote D – Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund an der Bundestagswahl 2017

Bei der letzten Bundestagswahl waren rund 5,8 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund wahlberechtigt – diese Zahl ist inzwischen weiter gestiegen. Jedoch liegt ihre Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen deutlich hinter der von Personen ohne Migrationshintergrund zurück. Jüngst Eingebürgerte sind damit (neben Jugendlichen) die Personengruppe, für die am dringendsten Angebote zur Heranführung an das politische System Deutschlands und zur Aktivierung für die Beteiligung an Wahlen entwickelt werden sollten.

Das Projekt Vote D erprobt Methoden zur Erhöhung der Wahlbeteiligung von Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte an der Bundestagswahl im September 2017. Dafür arbeiten wir sowohl bundesweit durch eine Wahlaktivierungskampagne in den sozialen Medien als auch zielgruppennah in fünf Modellkommunen, die in geografischer und politischer Hinsicht sowie in Bezug auf Communities von Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte einen ausgewogenen Querschnitt darstellen: Berlin, Essen, Leipzig, Osnabrück (Landkreis) und Tübingen.

Das Projekt läuft von März bis Dezember 2017. Zu den konkreten Aktivitäten gehören die Bereitstellung eines zentralen Informationsangebotes in Form dieser Informationswebsite, die Arbeit in sozialen Medien (u. a. über Facebook und Twitter) sowie die Vernetzung mit lokalen Communities in den ausgewählten Modellkommunen durch die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen. Dabei werden lokale Veranstaltungen unterstützt und Wahlinformationsmodule angeboten. Diese werden ebenfalls durch eine Vernetzung mit anderen Akteuren der politischen Bildung für Eingewanderte, insbesondere mit der Bundeszentrale für politische Bildung erfolgen. Zudem werden die Entwicklung von Handlungsempfehlungen und der Transfer der Projekterkenntnisse in Form einer Handreichung angestrebt. Diese wird im Rahmen einer abschließenden Fachveranstaltung präsentiert und diskutiert.

Die Informationsarbeit konzentriert sich auf das aktive Wahlrecht. In der Arbeit werden die parteipolitische Neutralität und die Abgrenzung der Wahlbildung von Wahlwerbung eingehalten und betont.

Das Team „Vote D“: Meltem Arsu, Rossina Ferchichi, Marianne Kraußlach und Maëlle Dubois.

Der Projektträger

Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung ist eine gemeinnützige GmbH, die in Berlin Mitte (Alt Moabit) sitzt und für verschiedene „benachteiligte“ Gruppen Bildungs- und Forschungsprojekte durchführt. Wir sind in der Forschung, Beratung und Weiterbildung sowie in der Konzeption, Koordination, Durchführung und wissenschaftlichen Begleitung von Projekten und Netzwerken aktiv.

Zu unseren Zielen gehört es zum einen, die Situation der oft diskriminierten oder benachteiligten Gruppen wie z. B. Migrantinnen und Migranten, sozial Benachteiligten und Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Zum anderen wollen wir mit unseren Aktivitäten gesellschaftliche Prozesse und Strukturen so verändern, dass ein tolerantes und wertschätzendes Zusammenleben in Deutschland und Europa gefördert wird.

Das Projekt Vote D – Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund an der Bundestagswahl 2017 wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.