Schwarze Silhouette: Wählen oder nicht wählen?

Wählen oder nicht wählen?

Argumente fürs Nichtwählen – und Antworten darauf

Keine Zeit, zu wenige Informationen, keine Lust, kein Interesse an Politik, schlechtes Wetter oder Ausdruck von Protest? Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 haben sich etwa 17,5 Millionen Wahlberechtigte nicht an der Wahl beteiligt. Das entspricht 28,5 % der wahlberechtigten Bevölkerung.

Es gibt tausende Gründe, seine Stimme nicht abzugeben. Es gibt aber auch tausende Argumente dafür, trotzdem wählen zu gehen.

„Ich habe keine Zeit, keine Möglichkeit oder keine Lust, am 24. September 2017 zwischen 8:00 und 18:00 Uhr in meinem Wahllokal zur Wahl zu gehen.“

Natürlich gibt es Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich an der Bundestagswahl am 24. September 2017 in ihrem Wahllokal zu beteiligen: Eine Krankheit oder Behinderung, der Beruf, ein Urlaub, ein Tagesausflug oder andere Dinge können dazwischen kommen. Durch die Briefwahl können Sie alle Unterlagen per Post nach Hause (oder an eine andere Adresse) geschickt bekommen und bequem bereits in den Wochen vor dem 24. September wählen. Wie die Briefwahl funktioniert, erfahren Sie zum Beispiel hier.

„Ich weiß nicht, wen ich wählen soll.“

Die Wahl der Partei und der Direktkandidatin oder des Direktkandidaten (siehe hierzu auch: „Warum habe ich zwei Stimmen?“) muss jede Wählerin und jeder Wähler selbst treffen. Die Entscheidung fällt nicht immer leicht, weil es viele Parteien und Kandidierende gibt. Bei der Orientierung hilft zum Beispiel der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung – ab etwa Ende August können Sie hier einige Fragen beantworten. Ihre Antworten werden mit denen der Parteien verglichen und Sie können so sehen, welche Parteien wie häufig mit Ihnen übereinstimmen. Alle Parteien veröffentlichen zudem ein Wahlprogramm, das Sie auch im Internet finden können. Viele Parteien haben außerdem Stände auf Stadtfesten oder auf der Straße.

„Mit meiner Stimme kann ich nichts bewegen.“

Die Menschen, die ihre Stimme abgeben, bestimmen die Sitzverteilung im Bundestag. Der Bundestag wählt dann die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler. Er beschließt und verändert Gesetze, und entscheidet dadurch über viele Fragen, die das Leben in Deutschland und die Rolle von Deutschland in der Welt beeinflussen. Das bedeutet, dass die Arbeit der gewählten Abgeordneten alle Menschen in Deutschland betrifft. Wenn nur wenige Menschen ihre Stimme abgeben, entscheiden diese wenigen Menschen über die Lebensbedingungen und die Zukunft aller. Sie können mit Ihrer Stimme beeinflussen, wer im Bundestag mitentscheidet. Mehr Informationen zum Wahlsystem finden Sie zum Beispiel auf unserer „Info“-Seite oder auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

„Es gibt doch sowieso keinen Unterschied zwischen den Parteien. Man hat gar keine echte Wahl.“

Es gibt in Deutschland viele unterschiedliche Parteien. In Bezug auf bestimmte Aspekte kann es sein, dass sich verschiedene Parteien einig sind. Insgesamt jedoch finden die verschiedenen Parteien unterschiedliche Themen besonders wichtig und sie bieten unterschiedliche Lösungen für gesellschaftliche Fragen an. Auch das erkennen Sie zum Beispiel in den Parteiprogrammen oder bei den Antworten der Parteien im Wahl-O-Mat.

„Keine von den zur Wahl stehenden Parteien vertritt meine politische Meinung vollständig.“

Jede politische Meinung ist einzigartig und deshalb kaum zu 100 Prozent zu repräsentieren. Allerdings treten 48 Parteien zur Bundestagswahl 2017 an, weshalb jede und jeder eine Partei finden dürfte, die ihr oder ihm mehr zusagt als andere. Dabei wird es häufig vorkommen, dass einzelne Punkte nicht mit der eigenen Meinung übereinstimmen – das ist in einer Demokratie allerdings normal, weil eine Partei viele verschiedene Menschen ansprechen will. Bei so vielen Parteien, die zur Wahl stehen, kann jede und jeder entscheiden, welche Themen ihr oder ihm besonders am Herzen liegen und diejenige Partei aussuchen, bei der es dann die größte Schnittmenge gibt.

„Ich bin gegen das System. Ich wähle aus Protest nicht.“

Bei der Stimmenauszählung ist nicht zu erkennen, ob jemand aus Protest oder aufgrund von fehlendem Interesse nicht gewählt hat. Machen Sie also von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bevor Sie nicht wählen gehen, denken Sie darüber nach, Ihre Stimme ggf. einer kleineren Partei zu geben, um das Interesse und die Lust auf Änderungen im System auszudrücken. Vielleicht kommt die Partei dieses Mal nicht in den Bundestag (siehe: Wie werden die Sitze im Bundestag verteilt?) – aber wenn genug Menschen eine Partei wählen, kann sie etwas verändern.

„Ich interessiere mich nicht für Politik.“

Politik betrifft alle Bereiche unseres Lebens: z. B. Steuern auf Einkommen, Lebensmittel und alle anderen Produkte, Kinder- und Arbeitslosengeld, Rente und andere staatliche Leistungen, die Beziehungen zu anderen Ländern, die Sicherheit, Umwelt, Mieten und Wohnraum und viele andere Dinge mehr.

Außerdem lesen Sie diesen Artikel! Das heißt, Sie interessieren sich für Politik. Informieren Sie sich über die Bundestagswahl 2017 und nehmen Sie Ihr Recht zu wählen wahr. Es ist Ihre Stimme, Ihre Entscheidung, Ihre Wahl!

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